Hackbrett zwischen Anden und Balkan

Die Musik

Die Musik von Psaltrón ist lebendig, fremdartig und exotisch.  Allein der Klang des großen Hackbretts hebt den Zuhörer in fremde Welten, und wird dieses Instrument noch mit den Tonleitern des Balkan in Verbindung gebracht, dann steht einer Reise in exotische Phantasiewelten nichts mehr im Wege. 

Die Musik des Balkan bildet den Schwerpunkt von Psaltrón. Sie reicht von nahezu autentischen Interpretationen griechischer Rhembetika bis hin zu rumänisch-bulgarischen Jazzarrangements, von elegischen Zigeunerballaden bis hin zu mitreißenden serbischen Kolos. Auch der Bauchtanz darf natürlich nicht fehlen.

Daneben reist Psaltrón auch mal nach Lateinamerika, wo mexikanischen Canciones und Venezolanische Joropos erklingen, unterwegs machen sie Rast in Frankreich oder Spanien.

Psaltrón spielt sowohl Konzertprogramme, als auch zu Tanzabenden, alles unplucked und mit mitreißendem Charme - ein Muss für jeden Freund des Exotischen.

Die Instrumente

Psaltrón verwendet eine Vielzahl von verschiedenen Instrumenten. Über der Grundlage von Bass, Gitarre und Perkussion tummeln sich Violine, Flöte, Klarinette, Saxophon und Trompete. Aber auch eine Reihe exotischer Instrumente hat Psaltrón aufzuwarten:

Das Hackbrett

Das Hackbrett ist ein großes trapezförmiges Instrument mit Saiten, die mit Klöppeln angeschlagen werden. Psaltrón verwendet ein Tenorhackbrett, das einen Tonumfang von über vier Oktaven hat und mit einer Dämpfmechanik ausgestattet ist. Das ermöglicht der Gruppe auch die großen osteuropäischen Verwandten des Instruments, das Cimbalom zu imitieren.

In Süddeutschland ist das Hackbrett als Volksinstrument weit verbreitet. Besonders beliebt ist es in der so genannten Stubenmusi, wo es zusammen mit der Zither und der Volksharfe einen besonders lieblichen Charakter entfaltet. In der Balkanmusik wirkt es dagegen eher rauh und wie von einer anderen Welt

Das Bouzouki

Das Bouzouki ist das wohl bekannteste Instrument aus Griechenand. Bei uns ist es vor allem durch den Film "Alexis Zorbas" bekannt geworden und gilt als Hauptinstrument der Sirtakimusik. In Griechenland ist es jedoch Inbegriff des populären Volksliedes und der Musik einer urbanen Subkultur der 20er und 30er Jahre, des Rhembetiko. Hier klingt es rauh, metallen und gleichzeitig voll. Für die Spielweise dieser Langhalslaute ist vor allem ein harter Anschlag charakteristisch, der durch eine besondere Plektrontechnik hervorgebracht wird. Besonderheiten des Bouzouki sind die Verzierungen des Klangkörpers, sowie der ünermäßig lange Hals. 

Der Baglamas

Der Baglamas ist der kleine Bruder des Bouzouki und sieht aus wie eine Baby-Laute. Er wird zur Begleitung eingesetzt und spielt meistens hoch klingende Akkorde. Man sagt, er sei ursprünglich für Gefangene gebaut worden. Auf dem Weg in die Strafgefangenenlager wurde ihnen alles abgenommen, außer ihren Mänteln. Einen Baglama konnte man gut im Ärmel eines Mantels verstecken und so hatten die Gefangenen Musik. Seinen Namen hat das Instrument vom arabischen und türkischen Lauteninstrument Baglama.

Der Cuatro

Cuatro bedeutet Viersaiter und ist das Hauptinstrument Venezuelas. Die kleine Gitarre ist der direkte Nachfahre der spamischen Vihuela der Renaissancezeit. Auch die Volksmusik der Orinoco-Ebenen ist der Renaissancemusik Spaniens noch sehr nahe. Die übliche Besetzung jener Region ist die große diatonische Llano-Harfe, Cuatro, Maracas und Bass. Bei den Polyrythmen des Joropo-Tanzes übernimmt der Cuatro einen Zweiertakt, während der Bass den zu Grunde liegenden Dreiertakt dagegen hält. Dazwischen liegt dann die zumeist komplizierte Melodie der Harfe, die Psaltrón mit Fröte, Gitarre und Hackbrett ersetzt hat.